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Atlantiküberquerung

Meine Reise zwischen den Kontinenten…


Eine Kreuzfahrt über den Atlantik ist mehr als ein Urlaub. Sie ist eine Reise in die Weite, in die Stille und in die unvergleichliche Ruhe des offenen Meeres. Auf der Mein Schiff 2 startete ich in Palma de Mallorca. Unser Kurs führte über die Meerenge von Gibraltar und Teneriffa direkt in die Karibik. Zwischen den Häfen erstreckte sich nur der Ozean, endlos und unermesslich – ein Erlebnis, das Entschleunigung und Abenteuer zugleich bot.

Schon kurz nach dem Ablegen in Palma bot sich ein imposanter Blick auf die felsige Küste Mallorcas. Die Durchfahrt durch die Meerenge von Gibraltar war ein erster Höhepunkt: rechts die Felsen Gibraltars, links die Küste Marokkos, dazwischen wir, zusammen mit unzähligen anderen Schiffen & Booten. Bald darauf erreichten wir Teneriffa. Bei meiner Wanderung um den Teide eröffnete sich eine karge, faszinierende Landschaft mit weiten Aussichten – ein starker Kontrast zum offenen Atlantik, der mich danach erwartete.

Die Überfahrt verging ruhig und gleichmäßig. Rundherum nur Wasser und Himmel. Das Meer wechselte von tiefblau und spiegelglatt bis zu bewegt-grau, je nach Wetter. An Bord breitete sich eine spürbare Gelassenheit aus. Jeder fand seinen Rhythmus zwischen Entspannung, sportlichen Aktivitäten, einem Besuch im Wellnessbereich oder den vielfältigen Angeboten des Schiffes. Besonders eindrucksvoll waren die Nächte. Der unglaublich klare Sternenhimmel über dem Atlantik funkelte mit unzähligen Sternen und machte die Weite des Meeres noch spürbarer.

Nach den ruhigen Tagen auf See tauchte ich nun in die quirlige und bunte Welt der Karibik, mit Ihren herzlichen Bewohnern und Traumstränden, ein. Die erste Station Antigua begrüßte uns mit grünen Hügeln und weißen Stränden und ließ sofort die typische karibische Lebenslust spürbar werden. Der Tag startete nicht nur mit einem strahlend blauen Himmel, sondern auch mit einem beeindruckenden Hubschrauberrundflug nach Montserrat. Hoch über der Insel, waren die Folgen des zuletzt in 2010 ausgebrochenen Vulkans, wie die halb verschüttete Hauptstadt Plymouth und die Ascheströme, die sich bis zum Meer zogen, zu sehen. Später erkundete ich die Dickenson Bay – feiner Sand, türkisfarbenes Wasser und die warme Sonne, perfekt zum Abschalten.
Auf St. Maarten zog mich der Strand von Maho Beach in seinen Bann. Flugzeuge landeten in spektakulärer Nähe über den Köpfen der Badegäste – ein einmaliges Schauspiel. Die Insel zeigte sich farbenfroh mit typisch karibischer Kulisse und einer entspannten Atmosphäre.
Weiter südlich folgte St. Kitts, eine grüne Insel mit vulkanischen Bergen und dichten Regenwäldern. Ein Hubschrauberrundflug über St. Kitts und Nevis eröffnete den Blick auf die Landschaft aus der Luft in voller Pracht. Besonders eindrucksvoll war der Überflug des alten Vulkankraters des Mount Liamuiga, dessen tiefgrüner Kraterboden und steile Flanken mächtig wirkten. Am Nachmittag folgte eine perfekte Kombination aus Bewegung und Naturgenuss, eine Kajaktour zwischen einsamen Buchten, kleinen Stränden und grünen Ufern entlang der Küste. 
Beim nächsten Stopp in der Dominikanischen Republik stand ein Ausflug zur Insel Isla Catalina auf dem Programm. Eine bunte Unterwasserwelt erwartete mich beim Schnorcheln und ein Palmengesäumter Puderzuckerstrand machte im Anschluß den Nachmittag perfekt.
Als vorletzte Insel der Reise begrüßte uns St. Vincent, eine Insel mit steilen Küsten und dichter, üppiger Vegetation und wieder dem typisch herzlichen karibischen Flair. Heute stand eine anstrengende Besteigung des Vulkan Soufrière auf dem Programm. Auf dem wirklich sehr anspruchsvollen Weg boten sich immer wieder neue Ausblicke auf grüne Täler, die Küste und das tiefblaue Meer. Vom Kraterrand war der Rundblick spektakulär, und auch der Blick ins Kraterinnere beeindruckte – ein Moment, der die Mühen des Aufstiegs schnell vergessen ließ. 
Mit einem Spaziergang durch Barbados Hauptstadt Bridgetown, die durch ihre Mischung aus kolonialer Architektur, Teile der Altstadt zählen zum UNESCO-Weltkulturerbe, und lebendigem karibischen Stadtleben noch einmal einen krönenden Abschluß bildete, endet diese wunderbare Reise. Auch hier spiegelte sich die freundliche und offene Art der Einheimischen in der entspannten Atmosphäre wider, überall ist man herzlich willkommen.

Nach den Tagen auf See und den Erlebnissen auf den karibischen Inseln bleibt vor allem die Erinnerung an die Weite und Ruhe des Atlantiks in Erinnerung. Die Überfahrt war weniger abwechslungsreich als die Häfen, doch gerade das machte ihren Reiz aus. Der gleichmäßige Rhythmus des Schiffes, das offene Meer, der unendliche Horizont mit seinen phantastischen Wolkengebilden und die Stille ermöglichten eine seltene Form der Entschleunigung – die nur auf einer Atlantiküberquerung erlebbar ist.